Veranstaltungsdaten
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Form als Norm? Gesellschaftliche Utopien und individuelle Wohnkonzepte.
DozentIn:
Prof. Dr. phil. Helen Koriath
Veranstaltungstyp:
Seminar (Offizielle Lehrveranstaltungen)
Beschreibung:
Sommersemester 2019 Helen Koriath

Form als Norm? Gesellschaftliche Utopien und individuelle Wohnkonzepte
Hauptseminar, Mastermodul 1 (Theorie und Methode)

Do 10 – 12 (mit integrierten Workshops in Blöcken, in der zweiten Semesterhälfte auch an Freitagnachmittagen)
Beginn: 04. 04. Kick-off, gemeinsam mit Antje Busch-Sperveslage und Jan Giebel

„Format“, hat der Künstler Kurt Schwitters, der u. a. auch als Gestalter und Typograph gearbeitet hat, 1927 in einer niederländischen Zeitschrift geschrieben, sei „ein neues Schlagwort für Architekten. Maler können Qualität haben, Architekten Format. Format bedeutet Qualität in der Anschauung. Da kann ein ganz kleines Ding oft Format haben.“ Seit Jahrzehnten schon wurde zu diesem Zeitpunkt in fortwährenden Auseinandersetzungen unterschiedlicher Lager um eine Ablösung der Formideale des 19. Jahrhunderts und um mögliche Wege dahin gerungen. In Deutschland spielte der 1907 von Künstlern, Architekten, industriellen und handwerklichen Unternehmen gegründete Deutsche Werkbund eine wichtige Rolle in diesen Fragen und setzte sich die „Veredelung der gewerblichen Arbeit“ auch und gerade in der Serienfertigung und Massenproduktion als Ziel. Es wurden sogenannte „Warenbücher“ herausgegeben, die den Verbrauchern Hilfestellung bei der Gestaltung ihrer häuslichen Umwelt ohne Plüsch und Plunder leisten wollten. Auch große Ausstellungen wurden organisiert, um für „die Form ohne Ornament“ zu werben. Zwar ließen Arbeitslosigkeit und Weltwirtschaftskrise viele Träume schrumpfen oder platzen, dennoch waren die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts von Normierungsgedanken und entsprechend vielen Neuerungen im Bauen und in der Gestaltung des modernen Lebens geprägt, die sich bis in die Gegenwart auswirken. Entscheidende Impulse gingen auch vom Bauhaus in seiner zweiten Phase in Dessau aus. Auch die Entwicklung der Bauhaustapete in Zusammenarbeit von Bauhaus und Tapetenfabrik (Gebr. Rasch & Co, Bramsche bei Osnabrück), die im Sommer Gegenstand einer Ausstellung im Osnabrücker Museumsquartier sein wird, hatte zum Ziel, einen qualitativ hohen Standard in der Innenausstattung von einfachen Siedlungshäusern und „Volkswohnungen“ zu garantieren.
In dieser projektorientierten Lehrveranstaltung wird der Fokus auf Studien industriell und in Serie hergestellter Dinge gerichtet, auf Produkte, die eher in den Bereich von „Volksbedarf statt Luxusbedarf“ fallen und die Alltags- und insbesondere Wohnumgebung heute prägen, deren Geschichte oftmals nicht bekannt ist, weil sie als Massenprodukte von anonymer Herkunft sind, also kein Label über ihre Ursprünge Aufschluss gibt. Als Untersuchungsgegenstände sollen vor allem Dinge
aus dem Wohn- und Arbeitsumfeld der Lehrveranstaltungsteilnehmer dienen. Das Hauptseminar steht in enger Verbindung mit dem Hauptseminar „Strategien und Methoden der Objektinszenierung“ am Freitag sowie den Lehrveranstaltungen von Antje Busch-Sperveslage und Jan Giebel. Es ist geplant, Ergebnisse aus diesen Lehrveranstaltungen zu einer gemeinsamen Präsentation in Zusammenhang mit der Ausstellung bauhaustapete – neu aufgerollt zusammenzuführen.
Literatur befindet sich im Semesterapparat zu diesem Seminar in der UB und in den Semesterapparaten der Lehrveranstaltungen zu Bauhaus-Themen von Frau Dr. Busch-Sperveslage und Jan Giebel.
Ort:
41/111
Zeiten:
Do. 10:00 - 12:00 (wöchentlich)
Erster Termin:Do , 04.04.2019 10:00 - 12:00, Ort: 41/111
Veranstaltungsnummer:
2.366
Bereichseinordnung:
Veranstaltungen > Kunstgeschichte > Veranstaltungen
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