Veranstaltungsdaten
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Strategien und Methoden der Objektinszenierung
DozentIn:
Prof. Dr. phil. Helen Koriath
Veranstaltungstyp:
Seminar (Offizielle Lehrveranstaltungen)
Beschreibung:
Sommersemester 2019 Helen Koriath

Strategien und Methoden der Objektinszenierung
Hauptseminar, Mastermodul 2 (Theorie und Methode, eventuell mit eintägiger Exkursion im Mai)

Fr 14-16
Einführung: 05. 04.
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¬¬¬Mit der Great Exhibition of the Works of Industry of All Nations 1851 im Londoner Hyde Park setzten die Weltausstellungen ein, auf denen Kunsthandwerk und Industrieprodukte in meist nur temporärer, oft spektakulärer Architektur vorgestellt wurden. Joseph Paxtons Crystal Palace der ersten Schau dieser Art und der für den deutschen Ausstellungsbeitrag von Ludwig Mies van der Rohe errichtete Barcelona-Pavillon der Weltausstellung 1929 sind dafür herausragende Beispiele. Wie die für die Selbstdarstellung der Weimarer Republik auf der Weltmesse ausgewählten Exponate sollte auch die Architektur des Gebäudes die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft des deutschen Handwerks und der Industrie vor Augen führen. Anders als die üblichen Ausstellungsgebäude war der deutsche Pavillon auch ein Ausstellungsstück, diente nicht der Präsentation anderer Exponate, sondern der Entspannung beim Ausstellungsbesuch und war mehr bewohnbare Skulptur als ein Messebau. Der von dem Architekten zusammen mit Lily Reich entworfene Barcelona Sessel, in dem sich die Besucher ausruhen konnten, war ein Beispiel für die Qualität deutscher Industrieproduktion (Stahlrahmen) in Verbindung mit anspruchsvoller Handwerkskunst (Lederkissen). Dem allein aber ist seine Berühmtheit nicht zuzuschreiben. In hohem Maße ist der Ort der öffentlichen Präsentation dafür verantwortlich. Die Geschichte der Architektur und des Möbels zeigt, dass der Erfolg eines Produkts nicht nur auf materieller Güte, Funktion und Ästhetik des Gegenstands beruht, sondern wesentlich von seiner Inszenierung abhängt. Dafür wurden in den letzten 100 Jahren eigene ästhetische Strategien entwickelt, die für die Marktpositionierung neuer Massenprodukte unerlässlich sind und keine Möglichkeit der Veröffentlichung, von der kleinen Anzeige in der Zeitung bis zum ritualisierten Messe-Event auslassen.
In Zusammenhang mit dem Bauhausjahr 2019 und der Ausstellung bauhaustapete – neu aufgerollt im Museumsquartier Osnabrück sollen in dieser Lehrveranstaltung die vielfältigen Präsentationsformen untersucht und diskutiert werden, die die Bauhäusler und andere Protagonisten der Moderne entwickelt haben, um herauszufinden, welche Strategien und Methoden sich durchgesetzt haben und möglicherweise noch immer erfolgreich in der aktuellen Gegenwart angewendet werden, welche inzwischen obsolet sind, welche Weiterentwicklungen und Veränderungen festzustellen sind und welche Trends sich abzeichnen.
Das Hauptseminar ist projektorientiert und steht in enger Verbindung mit dem Hauptseminar „Form als Norm? Gesellschaftliche Utopien und individuelle Wohnkonzepte“ am Donnerstag sowie den Lehrveranstaltungen von Frau Busch-Sperveslage und Jan Giebel. Es ist geplant, Ergebnisse aus diesen Lehrveranstaltungen zu einer gemeinsamen Präsentation in Zusammenhang mit der Ausstellung bauhaustapete – neu aufgerollt zusammenzuführen.
Literatur befindet sich im Semesterapparat zu diesem Seminar in der UB und in den Semesterapparaten der Lehrveranstaltungen zu Bauhaus-Themen von Frau Dr. Busch-Sperveslage und Jan Giebel.
Ort:
41/111
Zeiten:
Fr. 14:00 - 16:00 (wöchentlich)
Erster Termin:Fr , 05.04.2019 14:00 - 16:00, Ort: 41/111
Veranstaltungsnummer:
2.368
Bereichseinordnung:
Veranstaltungen > Kunstgeschichte > Veranstaltungen
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