Veranstaltungsdaten
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Avantgarde und Moderne in Hannover 1912 1933
DozentIn:
Jan Giebel
Veranstaltungstyp:
bung (Offizielle Lehrveranstaltungen)
Beschreibung:
Liest man aber Hannover von hinten, so ergibt sich die Zusammenstellung dreier Worte: re von nah. Das Wort re kann man verschieden bersetzen: rckwrts oder zurck. Ich schlage die bersetzung des Wortes rckwrts vor. Dann ergibt sich also als bersetzung des Wortes Hannover von hinten: Rckwrts von nah. Und das stimmt insofern, als dann die bersetzung des Wortes Hannover von vorn ergeben wrde: Vorwrts nach weit. Das heisst also: Hannover strebt vorwrts und zwar ins Unermessliche. (Kurt Schwitters, 1920)

Kurt Schwitters steht zweifelsohne sinnbildlich fr die Moderne in Hannover. Als hervorragender Netzwerker verfgte er ber weitreichende Kontakte zu prgenden europischen Avantgardisten, wie El Lissitzky, Theo van Doesburg und Hans Arp, die ihn alle mehrfach in Hannover aufsuchten. Doch war es nicht der Merzknstler allein, der dem provinziellen Hannover Anfang des 20. Jahrhunderts zum Aufstieg zu einem wichtigen europischen Kunstzentrum verhalf. Neben Schwitters engagierten sich verschiedenste Protagonisten in ganz unterschiedlicher Art und Weise fr die Entwicklung der modernen Kunst in Hannover: Museumsdirektoren, Sammler und Mzene begannen in diesen Jahren mit dem Ankauf von modernen Kunstwerken. Mit der Kestner-Gesellschaft grndete sich bereits 1916 ein von Brgern getragener Kunstverein in Opposition zur konservativen stdtischen Kunstpolitik. Im Provinzialmuseum gestalteten der progressive Kustos Alexander Dorner und der russische Konstruktivist El Lissitzky mit dem Kabinett der Abstrakten einen fortschrittlichen Prsentationsraum fr avantgardistische Kunst. Abstrakt arbeitende Knstler, wie der Osnabrcker Friedrich Vordemberge-Gildewart, schlossen sich in der Knstlergruppe die abstrakten hannover und dem Ring neue werbegestalter zusammen. Parallel zu diesen abstrakten Tendenzen entwickelten sich im facettenreichen Kunstspektrum Hannovers aber auch gegenstndliche Positionen der Neuen Sachlichkeit.
Das Seminar bietet anhand ausgewhlter Beispiele einen berblick ber die knstlerischen und gesellschaftlichen Entwicklungen und Tendenzen in Hannover zwischen 1912 und 1933. Im Rahmen der Veranstaltung findet eine Exkursion zur Ausstellung revonnaH. Kunst der Avantgarde in Hannover von 19121933 im Sprengel Museum Hannover statt.

Einfhrende Literatur:

Henning Rischbieter: Die Zwanziger Jahre in Hannover. Bildende Kunst, Literatur, Theater, Tanz, Architektur 1916-1933, Hannover 1962
Ines Katenhusen: Kunst und Politik. Hannovers Auseinandersetzungen mit der Moderne in der Weimarer Republik, Hannover 1998
Karin Orchard (Hrsg.): Revonnah. Kunst und Avantgarde in Hannover 1912-1933, Hannover 2017
Ort:
41/111
Zeiten:
Do. 16:00 - 18:00 (wchentlich)
Erster Termin:Do , 26.10.2017 16:00 - 18:00, Ort: 41/111
Veranstaltungsnummer:
2.367
Bereichseinordnung:
Veranstaltungen > Kunstgeschichte > Veranstaltungen
Module > Kunstgeschichte > 2-Fcher-Bachelor > KGE-FWB Freier Wahlbereich
Module > Kunstgeschichte > 2-Fcher-Bachelor > KGE-GmPS_KF Grundmodul "Praxisbezogene Studien"
Module > Kunstgeschichte > 2-Fcher-Bachelor > KGE-GmPS_NF Veranstaltung "Praxisbezogene Studien"
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