Veranstaltungsdaten
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Mit Bildern denken. Von Aby Warburgs Mnemosyne-Atlas zum digitalen Moodboard
DozentIn:
Prof. Dr. phil. Helen Koriath
Veranstaltungstyp:
Seminar (Offizielle Lehrveranstaltungen)
Beschreibung:
Mit Bildern denken.
Von Aby Warburgs Mnemosyne-Atlas zum digitalen Moodboard
HS, Hauptmodul C/ Mastermodul 2 (Theorie und Methode)/ fachliche Vertiefung, forschungsorientiert

Mit einer einwöchigen Exkursion im Dezember

Fr 12 – 14
Beginn: Fr, 26. 10.

Nachdem er lange Zeit fast vergessen schien, ist der Kunsthistoriker Aby Warburg (1866 – 1929) über die Kunstgeschichte hinaus zu einer Leitfigur für die Kulturwissenschaften, für Künstler und Kuratoren geworden. Aus Unzufriedenheit mit einem seinerzeit hauptsächlich stilistischen Zugang zur Kunstgeschichte suchte er nach neuen Methoden, die auch das bisher vernachlässigte intellektuelle und soziale Milieu, in dem Kunstwerke entstehen, berücksichtigen sollten. Die Fragen, wie die Antike in der Geschichte des europäischen Bildgedächtnisses fortwirkt und wie vorbildhafte Bildlösungen und Darstellungsstrategien bis in die Moderne reichen und umgeformt werden, trieb seine leidenschaftlichen Bildforschungen an. Sie mündeten in dem berühmten, unvollendet gebliebenen Bilderatlas, für den er den Namen der Göttin der Erinnerung, Mnemosyne, wählte. Geleitet von seinem Interesse an der Darstellung bewegten Lebens in der Kunst bezog er auch Bilder heidnischer und „primitiver“ Kulturen in seine Forschungen ein und erweiterte und veränderte seinen Bilderatlas bis zu seinem Tod fortlaufend, um immer wieder neu gefundene Beziehungen zwischen Bildern aufzudecken und herzustellen.

Der von Warburg als aktiver Forschungsgenerator entwickelte Bilderatlas und die für seine Genese relevanten Verfahren und technischen Voraussetzungen stehen im Mittelpunkt des Seminars. Eingegliedert ist ein Forschungsprojekt, das darauf zielt, Warburgs Methode als ein Instrument der lebendigen Wissensaneignung und Forschung zu prüfen und zur Diskussion zu stellen. Für die Durchführung des experimentellen Vorhabens hat sich das Kunstmuseum Bayreuth als Partnerinstitution angeboten. Sammlung und Sammlungsgeschichte, die im Seminar vorgestellt werden und im Rahmen der Exkursion tiefergehend erkundet werden, scheinen in besonderer Weise geeignet, Warburgs Methoden experimenteller Bildforschung zu reflektieren und der Frage nachzugehen, wie sie sich aktualisieren und mit neuem Leben füllen lassen, um schließlich aus Rechercheergebnissen und Erkenntnissen adäquate Möglichkeiten für das Ausstellen als Form der Vermittlung zu entwickeln. Die Ergebnisse des Seminars, das im Sommersemester mit der kuratorischen Schwerpunktsetzung weitergeführt wird, bilden die Grundlage für die im Sommer 2019 stattfindende Mnemosyne-Ausstellung und die damit verbundene Sammlungsausstellung in Bayreuth.

Literatur wird im Semesterapparat in der UB sowie im Institut bereit gestellt, ebenso digitales Bildmaterial.
Ort:
41/111
Zeiten:
Fr. 12:00 - 14:00 (wöchentlich), Termine am Samstag. 09.02. 09:00 - 17:00
Erster Termin:Fr , 26.10.2018 12:00 - 14:00, Ort: 41/111
Veranstaltungsnummer:
2.362
Bereichseinordnung:
Veranstaltungen > Kunstgeschichte > Veranstaltungen
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