Blockseminar: Adornos ‚Theorie der Halbbildung‘ als Anstoß bildungstheoretischer Reflexion - Details

Blockseminar: Adornos ‚Theorie der Halbbildung‘ als Anstoß bildungstheoretischer Reflexion - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Blockseminar: Adornos ‚Theorie der Halbbildung‘ als Anstoß bildungstheoretischer Reflexion
Untertitel
Veranstaltungsnummer 3.1048
Semester WiSe 2011/12
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 12
erwartete Teilnehmendenanzahl 40
Heimat-Einrichtung Institut für Erziehungswissenschaft
Veranstaltungstyp Blockseminar in der Kategorie Offizielle Lehrveranstaltungen
Vorbesprechung Freitag, 04.11.2011 16:00 - 18:00, Ort: 41/218
Erster Termin Freitag, 04.11.2011 16:00 - 18:00, Ort: 41/218
Art/Form

Räume und Zeiten

41/218
Freitag, 04.11.2011 16:00 - 18:00
Freitag, 13.01.2012 16:00 - 20:00
Samstag, 14.01.2012 09:00 - 17:00
Sonntag, 15.01.2012 09:00 - 16:00

Kommentar/Beschreibung

Im Jahre 1959 veröffentlicht Theodor W. Adorno seine Schrift ‚Theorie der Halbbildung‘. In ihr fragt er nach den Möglichkeiten und Grenzen des Erwerbs von ‚Bildung‘ angesichts ihres zunehmenden Verfalls und damit einhergehend der Ausbreitung jenes Phänomens, das er mit dem Begriff ‚Halbbildung‘ belegt. Innerhalb der Erziehungswissenschaft fanden Adornos bildungskritische Überlegungen lange Zeit nur eine relativ geringe Beachtung. Dies lag weniger am bisweilen ‚sperrigen‘ Charakter des Textes, als vielmehr an seinem „fehlenden Positiven“ (A. Schäfer): Die ‚Theorie der Halbbildung‘ bietet keine praktisch umsetzbaren Lösungsansätze im Hinblick auf Bildungsprozesse und -ziele, sondern versteht sich als eine radikale kritische Analyse, der zufolge Halbbildung ebenso an gesellschaftliche Bedingungen geknüpft ist wie sie konstitutiv zur Bildung selbst gehört. Hierdurch erhält für Adorno jede bildungstheoretische Reflexion dahingehend einen aporetischen Zug: Sie muss an einer Vorstellung von ‚Bildung‘ als Ziel persönlicher und institutioneller Ansprüche festhalten, obwohl deren faktische Erreichbarkeit aufgrund ihrer gesellschaftlichen Abhängigkeiten eine Illusion darstellt. Obwohl Adorno der bis heute anzutreffenden Idee von Bildung als Weg zur Humanisierung der Gesellschaft und Emanzipation des Einzelnen skeptisch gegenübersteht, tritt er dennoch dafür ein, „an Bildung festzuhalten, nachdem die Gesellschaft ihr die Basis entzog“.
Im Mittelpunkt des Seminars wird die Frage stehen, inwiefern Adornos ‚Theorie der Halbbildung‘ einen (im positiven wie negativen Sinne des Wortes) ‚Anstoß‘ für das bildungstheoretische Denken darstellt. Demgemäß wird der Schwerpunkt der Veranstaltung auf der Erarbeitung der Argumentationsstruktur des Textes sowie dessen kritischer Diskussion stehen. Um Adornos Position sowohl historisch als auch disziplinär zu verorten, sollen zudem einige Seitenblicke auf die sogenannte ‚Frankfurter Schule‘ und die Grundannahmen der ‚Kritischen Theorie‘ geworfen werden. Schließlich wird auf der Basis einiger Beispiele für die aktuelle pädagogische Rezeption der ‚Theorie der Halbbildung‘ versucht, zu einer Einschätzung darüber zu gelangen, welchen Aussagegehalt Adornos Überlegungen in Bezug auf die veränderten gesellschaftlichen und sozialen Verhältnisse innerhalb der heutigen spätmodernen Gesellschaft besitzen.

Für die Veranstaltung wird ein Reader bereitgestellt. Die persönliche Anwesenheit bei der Vorbesprechung sowie die vorbereitende schriftliche Bearbeitung des Adorno-Textes in Form eines ‚Abstracts’ sind als Voraussetzung für die Seminarteilnahme obligatorisch.

Literatur:
- Peukert, H.: Kritische Theorie und Pädagogik. In: Zeitschrift für Pädagogik 29 (1983), S. 195-218.
- Schäfer, A.: Theodor W. Adorno. Ein pädagogisches Portrait. Weinheim, Basel, Berlin: 2004.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "Anmeldung gesperrt (global)".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Die Anmeldung ist gesperrt.